Open Studio: Yevheniia Kriuk
Artist in Residence Ukraine
Yevheniia Kriuk in ihrem Gastatelier im Künstlerhaus Bremen
In ihrer Arbeit stellt Yevheniia Kriuk traditionelle Vorstellungen von Schönheit und Begehren in Frage. Über die Verwendung von Blumen und anderen Pflanzen als Materialien in ihren Fotografien öffnet sie eine queere und weibliche Perspektive auf Sexualität, die in der Natur verwurzelt ist.
Mit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar 2022, hat sich die Wahrnehmung der Menschen in der Ukraine verändert. Ein friedliches, unbeschwertes Leben ist nicht mehr selbstverständlich. Die Abwesenheit von Alarmsignalen in ihrer derzeitigen Umgebung im Künstlerhaus Bremen bedeutet für Yevheniia Kriuk das Fehlen eines beunruhigenden und dennoch erdenden Geräuschs, das die eigene Sterblichkeit bewusst macht: „Im Ausland habe ich normalerweise Angst vor lauten Geräuschen, Flugzeugen oder Salutschüssen. Als Geflüchtete in Deutschland habe ich versucht, mit der Bürokratie zurechtzukommen. Ich war verloren, deprimiert und schockiert. Ich habe das ganz schlecht hinbekommen. Diesen Zustand habe ich mit naiven Zeichnungen auf deutschen Dokumenten dargestellt.“ Die zwischen Flucht, Bürokratie und Rückkehr in ihre Heimat Kiew entstandenen Bilder hat Yevheniia Kriuk im Gastatelier des Künstlerhauses Bremen weitergeführt.