Vortrag von Petra Lange-Berndt
A Room of One‘s Own - or a House for the Many?
Foto: Olaf Pascheit, Hamburg
Queer-feministische Revisionen des Künstler:innenhauses
Der französische Künstler und Theoretiker Daniel Buren beschäftigte sich um 1970 in einem Aufsatz mit der Krise des Ateliers und kam zu dem Schluss, dass dieser besondere Ort für das Verständnis von Kunst so wichtig sei, dass er ausgestellt werden müsse. Er definierte das Studio dabei als „Rahmen, Einfassung, Sockel“ und ausdrücklich auch in struktureller Hinsicht als „Macht, Kunstgeschichte, Ökonomie, Markt“: Diese Produktionsstätten verweisen neben dem Schaffensprozess auf den jeweiligen gesellschaftlichen Kontext. In diesem Sinne möchte die Kunsthistorikerin Petra Lange-Berndt in diesem Vortrag eine Kritik des Künstler:innenhauses aus queer-feministischer Perspektive vornehmen. Im Mittelpunkt der Analyse stehen historische wie gegenwärtige Institutionen und mit ihnen verbundene Selbstdarstellungen, Künstler*innenrollen, Künstler*innenmythen sowie Ausbildungssystemen seit dem langen 19. Jahrhundert. Was für historische Konzepte, welche Bilder von Künstler:innen in ihren Ateliers und Wohnräumen, sind zu verzeichnen? Was für soziale Räume werden aufgespannt? Was für Konzepte wären heute zeitgemäß, welche Alternativen sind möglich?